Personalbedarfsplanung
Was ist Personalbedarfsplanung, wie ermitteln Schichtbetriebe den richtigen Personalbedarf und welche Methoden liefern verlässliche Ergebnisse?
Personalbedarfsplanung ist der systematische Prozess, mit dem ein Betrieb ermittelt, wie viele Mitarbeiter mit welchen Qualifikationen zu welchem Zeitpunkt gebraucht werden. Sie beantwortet die Frage: Haben wir die richtigen Leute in der richtigen Anzahl am richtigen Ort?
Die drei Dimensionen
Quantitativ: Wie viele Mitarbeiter brauchen wir? Das hängt von Auftragsvolumen, Öffnungszeiten und Produktionsmengen ab.
Qualitativ: Welche Qualifikationen müssen vorhanden sein? Eine Station im Krankenhaus braucht nicht nur genug Personal, sondern genug examinierte Pflegekräfte.
Zeitlich: Wann werden die Mitarbeiter gebraucht? Der Bedarf am Montagmorgen unterscheidet sich vom Samstagabend. Saisonale Schwankungen kommen dazu.
Methoden der Bedarfsermittlung
In Schichtbetrieben hat sich die Stellenplanmethode bewährt: Aus den definierten Schichtmodellen und der Mindestbesetzung pro Schicht ergibt sich direkt, wie viele Stellen nötig sind. Dabei dürfen Ausfallzeiten nicht vergessen werden. Urlaub, Krankheit, Fortbildung: Im Schnitt fehlt jeder Mitarbeiter rund 20-25 % der Jahresarbeitszeit.
Praxis-Beispiel
Ein Sicherheitsunternehmen betreibt ein Objekt rund um die Uhr mit Mindestbesetzung 2. Das ergibt 3 Schichten x 2 Personen = 6 Schichtbesetzungen pro Tag. Mit 7 Wochentagen und einem Ausfallzeitfaktor von 1,25 braucht der Betrieb rechnerisch rund 10-11 Mitarbeiter, allein für dieses eine Objekt. Ohne saubere Personalplanung wird das schnell unterschätzt.
Typischer Fehler: Ausfallzeitfaktor vergessen
Der häufigste Rechenfehler: 3 Schichten, 2 Leute pro Schicht, 7 Tage die Woche = 42 Personenschichten. Geteilt durch 5 Arbeitstage pro Mitarbeiter = 8,4 Mitarbeiter. Aufgerundet 9. Die Rechnung stimmt auf dem Papier, aber sie ignoriert, dass jeder Mitarbeiter im Schnitt 30 Tage Urlaub hat, 10-15 Tage krank ist und einige Tage in Fortbildungen steckt. Der reale Bedarf liegt bei 10-11.
Den Ausfallzeitfaktor berechnen Sie so: Jahresarbeitstage minus Urlaub, Krankheit, Fortbildung, Feiertage. Teilen Sie die Jahresarbeitstage durch das Ergebnis. In den meisten Betrieben liegt der Faktor zwischen 1,2 und 1,3. Mehr zur Berechnung finden Sie unter Brutto-Netto-Arbeitszeit.
Häufige Fragen
Was ist Personalbedarfsplanung?+
Wie berechnen Sie den Personalbedarf im Schichtbetrieb?+
Warum ist Personalbedarfsplanung für Schichtbetriebe so wichtig?+
Dienstplanung ohne Aufwand
Dienstify übernimmt die Komplexität. Sie behalten den Überblick.
Mehr erfahrenVertiefende Artikel
Weitere Begriffe mit P
Alle anzeigenPersonalschlüssel
Was ist ein Personalschlüssel, wie beeinflusst er die Dienstplanung in Pflege und Betreuung und wie berechnen Sie die Vorgaben korrekt?
Planungsperiode
Was ist eine Planungsperiode (Planungshorizont), wie weit im Voraus sollte ein Dienstplan erstellt werden und welche Fristen gelten rechtlich?