Brutto- und Netto-Arbeitszeit
Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Netto-Arbeitszeit, warum ist das für Schichtbetriebe relevant und wie berechnen Sie beide Werte?
Brutto-Arbeitszeit bezeichnet die gesamte Anwesenheitszeit eines Mitarbeiters im Betrieb. Netto-Arbeitszeit ist die tatsächlich produktive Arbeitszeit nach Abzug von Pausen und anderen nicht-produktiven Zeiten.
Ein einfaches Beispiel
Ein Mitarbeiter hat Frühschicht von 06:00 bis 14:00 Uhr. Das ergibt 8 Stunden Brutto-Arbeitszeit. Abzüglich 30 Minuten gesetzlicher Pause bleiben 7,5 Stunden Netto-Arbeitszeit. Je nach Betrieb kommen noch Umkleidezeiten, Übergaben oder Rüstzeiten dazu, die die Netto-Zeit weiter reduzieren können.
Warum ist die Unterscheidung wichtig?
Die Differenz zwischen Brutto und Netto hat direkte Auswirkungen auf:
- Personalkosten: Sie bezahlen die Brutto-Zeit, produktiv ist nur die Netto-Zeit
- Kapazitätsplanung: Wenn Sie mit 8 Stunden pro Kopf kalkulieren, tatsächlich aber nur 7 Stunden produktive Arbeit zur Verfügung stehen, stimmt Ihre Planung nicht
- Gesetzliche Vorgaben: Die Pausenregelung schreibt vor, ab welcher Arbeitszeit welche Pausen genommen werden müssen
Relevanz für die Schichtplanung
Bei der Planung von Schichtlängen sollten Sie immer die Netto-Arbeitszeit im Blick haben. Eine 8-Stunden-Schicht mit 30 Minuten Pause und 15 Minuten Schichtübergabe liefert nur 7 Stunden und 15 Minuten effektive Arbeitsleistung. Wenn Ihre Besetzungsplanung das nicht einkalkuliert, fehlt am Ende des Tages Kapazität.
Laut Arbeitszeitgesetz zählen Ruhepausen übrigens nicht als Arbeitszeit. Ob Umkleide- und Wegezeiten dazugehören, hängt vom Einzelfall und der aktuellen Rechtsprechung ab.
Ausfallzeitfaktor: Brutto-Netto auf Jahresebene
Es gibt noch eine zweite Bedeutung von Brutto- und Netto-Arbeitszeit, auf Jahresebene. Brutto-Jahresarbeitszeit: alle Werktage mal tägliche Sollstunden. Netto-Jahresarbeitszeit: nach Abzug von Urlaub, Feiertagen, Krankheit und Fortbildung.
Ein Beispiel: 260 Werktage x 8 Stunden = 2.080 Brutto-Stunden pro Jahr. Minus 30 Urlaubstage, 11 Feiertage, 12 Krankheitstage, 5 Fortbildungstage = 202 Netto-Arbeitstage x 8 Stunden = 1.616 Netto-Stunden. Der Ausfallzeitfaktor liegt bei 2.080/1.616 = 1,29. Das heißt: Sie brauchen knapp 30 % mehr Mitarbeiter als die reine Schichtrechnung vermuten lässt. Diesen Faktor verwenden Sie bei der Personalbedarfsplanung.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Netto-Arbeitszeit?+
Wie berechnen Sie die Netto-Arbeitszeit einer Schicht?+
Warum ist die Brutto-Netto-Unterscheidung für die Personalplanung relevant?+
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