Skip to content
Glossar2 min Lesezeit

Kernarbeitszeit

Was ist Kernarbeitszeit, welche Rolle spielt sie in Gleitzeitmodellen und Schichtbetrieben und wie legen Sie den Zeitrahmen sinnvoll fest?

Kernarbeitszeit ist das Zeitfenster, in dem alle Mitarbeiter verbindlich anwesend sein müssen. Außerhalb dieser Kernzeit können sie Beginn und Ende ihrer Arbeit frei wählen. Die Kernarbeitszeit bildet damit das Gerüst von Gleitzeitmodellen.

Typisches Beispiel

Ein Betrieb mit Gleitzeitrahmen von 7:00 bis 19:00 Uhr legt die Kernarbeitszeit auf 9:30 bis 15:00 Uhr. In diesem Fenster sind alle da: Meetings lassen sich planen, Teams können zusammenarbeiten, Kunden erreichen einen Ansprechpartner. Davor und danach verteilt sich die Arbeitszeit individuell.

Kernarbeitszeit in Schichtbetrieben

In klassischen Schichtbetrieben spielt Kernarbeitszeit eine untergeordnete Rolle, weil die Schichtzeiten ohnehin fest stehen. Relevant wird das Konzept aber in Bereichen, die nicht direkt in der Produktion oder am Kunden arbeiten: Verwaltung, Planung, Teamleitung. Dort kann eine Kernarbeitszeit dafür sorgen, dass Schichtplaner und Führungskräfte erreichbar sind, wenn im Betrieb am meisten los ist.

Regeln für die Praxis

  • Die Kernarbeitszeit sollte nicht zu lang sein, sonst bleibt von der Flexibilität wenig übrig
  • Definieren Sie klar, welche Ausnahmen gelten (Arzttermine, Kinderbetreuung)
  • Halten Sie die Regelung schriftlich fest, am besten in einer Betriebsvereinbarung
  • Der Betriebsrat hat bei der Festlegung ein Mitbestimmungsrecht

Kernarbeitszeit abschaffen?

Manche Unternehmen setzen auf Vertrauensarbeitszeit komplett ohne Kernarbeitszeit. Das gibt maximale Flexibilität, funktioniert aber nur, wenn die Zusammenarbeit das zulässt. Teams mit vielen Abstimmungsterminen brauchen ein gemeinsames Zeitfenster. Einzelkämpfer mit klaren Aufgaben kommen oft ohne Kernzeit aus.

Wenn Sie über die Abschaffung nachdenken, starten Sie mit einem Pilotprojekt: Eine Abteilung testet 3 Monate ohne Kernzeit. Funktioniert die Abstimmung trotzdem? Werden Deadlines eingehalten? Beschweren sich interne oder externe Kunden? Die Antworten zeigen, ob das Modell für Ihren Betrieb taugt.

Gut definierte Kernarbeitszeiten schaffen den Kompromiss zwischen Flexibilität für die Mitarbeiter und Planbarkeit für den Betrieb.

Häufige Fragen

Was ist Kernarbeitszeit?+
Kernarbeitszeit ist das verbindliche Zeitfenster, in dem alle Mitarbeiter anwesend sein müssen. Außerhalb dieser Kernzeit können Beginn und Ende der Arbeit im Rahmen der Gleitzeit frei gewählt werden.
Wie lang sollte die Kernarbeitszeit sein?+
Die Kernarbeitszeit sollte nicht zu lang sein, damit genug Flexibilität für die Mitarbeiter bleibt. Typisch ist ein Fenster von etwa 5 bis 6 Stunden, z. B. von 9:30 bis 15:00 Uhr.
Hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht bei der Kernarbeitszeit?+
Ja. Die Festlegung der Kernarbeitszeit unterliegt der Mitbestimmung des Betriebsrats. Halten Sie die Regelung schriftlich in einer Betriebsvereinbarung fest.

Dienstplanung ohne Aufwand

Dienstify übernimmt die Komplexität. Sie behalten den Überblick.

Mehr erfahren