Mindestlohn 2026
Wie hoch ist der Mindestlohn 2026, was bedeutet er für Minijobs und welche Branchen haben höhere Mindestlöhne?
Wie hoch ist der Mindestlohn 2026?
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit dem 1. Januar 2026 13,90 Euro pro Stunde.
Die Entwicklung der letzten Jahre:
| Zeitraum | Mindestlohn |
|---|---|
| 2022 (bis September) | 10,45 € |
| 2022 (ab Oktober) | 12,00 € |
| 2024 | 12,41 € |
| 2025 | 12,82 € |
| 2026 | 13,90 € |
Für wen gilt der Mindestlohn?
Für alle Arbeitnehmer – Vollzeit, Teilzeit, Minijob, Saisonarbeit. Ausnahmen gibt es nur für:
- Auszubildende (für die gilt eine eigene Mindestausbildungsvergütung)
- Pflichtpraktikanten im Rahmen einer Ausbildung oder eines Studiums
- Langzeitarbeitslose in den ersten 6 Monaten nach Wiedereinstellung
- Jugendliche unter 18 ohne abgeschlossene Berufsausbildung
Auswirkung auf Minijobs
Die Minijob-Verdienstgrenze ist seit 2022 dynamisch an den Mindestlohn gekoppelt.
Bei 13,90 € Mindestlohn liegt die monatliche Grenze bei 603 Euro (7.236 Euro jährlich).
Das heißt für Minijobber: Bei Mindestlohn dürfen sie maximal 43,4 Stunden pro Monat arbeiten – also knapp 10 Stunden pro Woche.
Branchenmindestlöhne
In einigen Branchen gelten höhere Mindestlöhne als der gesetzliche, festgelegt durch allgemeinverbindliche Tarifverträge:
| Branche | Branchenmindestlohn 2026 (ca.) |
|---|---|
| Gebäudereinigung (Innenreinigung) | 14,50 € |
| Gebäudereinigung (Glas-/Fassade) | 18,00 € |
| Elektrohandwerk | 14,50 € |
| Pflege (ungelernt) | 15,50 € |
| Pflege (qualifiziert) | 19,50 € |
| Maler-/Lackierer | 15,00 € |
Sicherheitsgewerbe: Hier variieren die tariflichen Mindestlöhne stark nach Bundesland und Tätigkeitsart. In einigen Tarifgebieten liegt der tarifliche Stundenlohn für einfache Bewachungstätigkeiten nahe am gesetzlichen Mindestlohn, in anderen deutlich darüber. Prüfen Sie den für Ihr Tarifgebiet geltenden Tarif.
Was der Mindestlohn für die Dienstplanung bedeutet
Kostenplanung
Jede Schicht kostet mindestens Mindestlohn × Stunden × Arbeitgeberfaktor (ca. 1,2 für Sozialversicherungsbeiträge). Eine 8-Stunden-Schicht bei 13,90 € Mindestlohn kostet den Arbeitgeber also mindestens 133 Euro brutto inklusive Lohnnebenkosten.
Zuschläge auf Mindestlohnbasis
Wenn der Mitarbeiter Mindestlohn verdient und nachts arbeitet, berechnen sich die Zuschläge auf 13,90 €. Bei 10 % Nachtzuschlag (Sicherheitsgewerbe): 1,39 € pro Nachtstunde.
Minijobber korrekt einplanen
Bei 603 € Verdienstgrenze und 13,90 € Stundenlohn bleiben ca. 43 Stunden pro Monat. Wer einen Minijobber für 12 Stunden pro Woche einplant, kommt auf 48 Stunden im Monat – und überschreitet die Grenze. Im Dienstplan muss das sichtbar sein.
Häufige Fehler
- Mindestlohn bei Bereitschaftsdienst vergessen: Auch Bereitschaftsdienst muss mindestens mit Mindestlohn vergütet werden – die gesamte Anwesenheitszeit, nicht nur aktive Arbeit.
- Branchenmindestlohn nicht kennen: Ein Gebäudereinigungsunternehmen, das "nur" den gesetzlichen Mindestlohn zahlt, verstößt gegen den allgemeinverbindlichen Branchentarifvertrag.
- Minijob-Grenze nicht nachrechnen: Nach jeder Mindestlohnerhöhung ändert sich die Stundengrenze für Minijobber. Wer das nicht anpasst, macht aus Minijobs versehentlich sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse.
- Sachleistungen anrechnen: Kost und Logis dürfen nicht auf den Mindestlohn angerechnet werden. Der Mindestlohn muss in Geld gezahlt werden.
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